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Ein guter Film berührt uns mehr als tausend Worte

von Dr. Eva Kinast — Kategorie: Freizeit
Ein guter Film berührt uns mehr als tausend Worte - Coaching

Filmtipps, die es in sich haben – zum Jahresbeginn möchte ich Ihnen gerne meine aktuelle Empfehlungsliste sehenswerter Kinostreifen ans Herz legen. Wie Sie sehen werden, geht es dabei querbeet durch alle Genres und Altersklassen. Ob traurig oder lustig, ob spannend oder meditativ – sie alle bringen elementare psychologische Einsichten auf die Leinwand. Wer sich darauf einlässt, kann dabei viel für die eigene persönliche Weiterentwicklung gewinnen. Die Reihenfolge der Vorstellung ist übrigens nicht als Rangliste oder Wertung zu verstehen – halten Sie einfach Ausschau nach Ihrem aktuellen Thema!

Zum Jahrestart – Wählen Sie einen Film mit psychologischen Einsichten

Anfangen möchte ich mit drei Filmen, die sich dem Thema „Emotionen und innere Kräfte“ widmen:

Bunt und natürlich (auch) spaßig kommt Disney/Pixars Animationsfilm „Alles steht Kopf“ daher. Erzählt wird von einem durch einen Ortswechsel erzwungenen Übergang vom Kindsein ins Teenageralter. Die Protagonistin spielt dabei sozusagen eine Nebenrolle, vielmehr übernehmen in ihrem Gehirn die Emotionen Freude, Kummer, Wut, Angst und Ekel in Gestalt von Zeichentrickfiguren wechselweise das Kommando und richten ein nicht beherrschbares Gefühlschaos an. Diese witzig-scharfsinnige Analyse des Ausmaßes, in dem unser Handeln durch meist unbewusste Emotionen und eben nicht durch den Verstand bestimmt ist, eignet sich nicht für kleine Kinder – ich würde den Film erst ab 10 Jahren empfehlen.

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Christian Schwochows Filmdrama „Deutschstunde“ nach dem gleichnamigen Roman von Siegfried Lenz konfrontiert die Kräfte des „Pflichtbewussten“ in Gestalt des Dorfpolizisten Jeppsen und des „Freien Kindes“, verkörpert durch den Künstler Nansen. Die rückblickende Reflexion des Konflikts durch den Sohn von Jeppsen zeigt auf psychologisch geniale Weise, wie lebensfeindlich die Übermacht von Pflicht und Gehorsam wirken kann.

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Umgekehrt kann sich auch anarchische Freiheit brutal und destruktiv Bahn brechen, eindrucksvoll dargestellt in „Die dunkle Seite des Mondes“ von Stephan Rick nach dem Roman von Martin Suter. Hier ist es ein psychoaktiver Pilz, der die zerstörerischen Kräfte des Protagonisten entfesselt und ihn zu einem zu einem gewissenlosen Menschen werden lässt. Zartbesaitete sollten Vorsicht walten lassen: Der Film ist ziemlich brutal.

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Zwei Filme meiner Auswahl widmen sich dem Thema Begegnung und echte Nähe mit Menschen in unserem engsten Umfeld. In dem einfühlsamen, aber auch traurigen Film „Kirschblüten“ von Doris Dörrie ist es Rudi, der vom plötzlichen Tod seiner Frau aus der Bahn geworfen wird und erkennen muss, dass er sie in Wahrheit gar nicht kannte. Daraufhin unternimmt er eine Reise in ihr Sehnsuchtsland Japan, wo auch der gemeinsame Sohn Karl lebt. Die Distanz zwischen den beiden erweist sich jedoch als unüberbrückbar, und so erkundet Rudi zusammen mit der seelenverwandten jungen Japanerin Yu, die er zufällig kennenlernt, was für ein Mensch die Frau an seiner Seite eigentlich gewesen ist.

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In Maren Ades „Toni Erdmann“ stattet der pensionierte Musiklehrer Winfried seiner entfremdeten Tochter Ines, die als vielbeschäftigte Unternehmensberaterin ständig auf Reisen ist, einen Überraschungsbesuch in Rumänien ab. Erst in der Verkleidung seines schillernden Alter Egos Toni Erdmann gelingt ihm eine echte Auseinandersetzung mit ihr, die die beiden wieder näher zueinander führt.

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Beide Filme – „Kirschblüten“ und „Toni Erdmann“ sind Lieblingsfilme von mir und übrigens auch exzellente Anschauungsbeispiele zum Thema Projektion!

„Führung auf Augenhöhe“ könnte die Überschrift sein, unter der sich die nächsten beiden Filme subsumieren lassen. „Die Kinder des Monsieur Mathieu“ schildert auf berührende Weise, wie ein Lehrer seinen schwer erziehbaren Schützlingen vordergründig durch die Gründung eines Chores und das Singen, tatsächlich aber durch einen achtsamen und respektvollen Umgang mit den jungen Menschen, die ihm anvertraut sind, Selbstvertrauen und Verantwortungsgefühl beibringt.

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Der sehenswerte Dokumentarfilm „Die stille Revolution“, den ich Ihnen schon einmal in meinem Blogbeitrag Filmtipp „Die stille Revolution“ – Großes Kino für Führungskräfte ans Herz gelegt habe, begleitet den Unternehmer Bodo Janssen bei einem kompletten Umbruch seiner Führungskultur. Während er seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorher nur als Weisungsempfänger und Mittel zum Zweck gesehen hat, lässt er sie nun eigenverantwortliche Entscheidungen treffen. Das ermöglicht allen Beteiligten eine Entwicklung ihrer Persönlichkeit, sie wachsen zusehends an Projekten und Herausforderungen auch außerhalb des Unternehmens.

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Zum Schluss meiner Filmrevue noch ein Tipp für alle, die ihrem „inneren Kind“ etwas Gutes tun wollen. „Breath made visible“ ist der erste Dokumentarfilm über das Leben und Wirken der einflussreichen, aber weitgehend unbekannten US-amerikanischen Tänzerin Anna Halprin. Ihre Suche nach einer Antwort auf die Frage „Was ist Tanz?“ hat in den USA eine experimentelle Ära in vielen Bereichen der Kunst eingeleitet. Der Film zeigt, wie uns Tanzen und Malen den Weg zu den Dingen ebnen, die uns wirklich wichtig sind – einen besseren Start ins neue Jahr kann man sich kaum wünschen.

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