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Führung braucht Begegnung – Die hohe Schule des Erwachsenseins

von Dr. Eva Kinast — 12. März 2019 — Kategorie: Persönlichkeitsentwicklung
Führung braucht Begegnung – Die hohe Schule des Erwachsenseins - Coaching

Wahre Begegnung unter dem Kirschblütenzweig

Aus Anlass der Fortsetzung, die gerade in unseren Kinos angelaufen ist, habe ich mir vor einigen Tagen Doris Dörries großartigen Film “Kirschblüten – Hanami” wieder einmal angesehen. Der Film erzählt in berührend poetischer Weise von einer der wichtigsten Voraussetzungen für ein erfüllendes Leben: unserer Fähigkeit, einander wirklich zu begegnen.

Protagonist des Films ist ein Ehemann, dem erst nach dem plötzlichen Tod seiner Frau bewusst wird, dass er es versäumt hat, sie wirklich wahrzunehmen und kennenzulernen. Damit will er sich nicht abfinden und begibt sich spontan auf die große Reise nach Japan, die ein jahrzehntelanger Herzenswunsch von ihr war, dem er aus Bequemlichkeit nie entsprochen hat. Dort lernt er – schmerzhaft schön – seiner verstorbenen Frau noch einmal, und diesmal wirklich zu begegnen.

Begegnung als Erfolgsfaktor im Führungsalltag

Die Fähigkeit, den anderen wirklich wahrzunehmen und etwas Wesentliches über ihn oder sie zu erfahren, ist auch im Führungsalltag ein zentraler Erfolgsfaktor. Deshalb arbeiten wir in meinem Führungskräfte-Seminar intensiv an den fünf Merkmalen des Erwachsenen, die Voraussetzung für eine echte Begegnung sind:

Der Erwachsene sagt die Wahrheit, ohne andere zu verletzen. Weil die wenigsten von uns andere gerne verletzen, wird in unserem Alltag die Wahrheit oft verschwiegen – und das macht eine echte Begegnung schlicht unmöglich.

Der Erwachsene sorgt für sich, ohne anderen zu schaden. Wer ausnutzt oder sich ausnutzen lässt, kann den anderen nicht wertschätzen. Die Basis für eine ehrliche Begegnung unter Erwachsenen ist eine faire Selbständigkeit.

Der Erwachsene trifft Vereinbarungen und hält sie ein (oder kündigt sie, wenn er sie nicht einhalten kann). Begegnung heißt Vertrauen, und dafür brauchen wir Verlässlichkeit.

Der Erwachsene übernimmt die Verantwortung für die eigenen Gefühle. Hier wird es schon manchmal heikel: Wenn wir uns gekränkt fühlen oder ärgern, suchen wir die Verantwortung gerne beim auslösenden Gegenüber. Nur wenn ich meine(!) Gefühle als solche anerkenne und behandle, entsteht der Raum für wirklichen Austausch.

Der Erwachsene hat die Bereitschaft zu verzeihen. Selbst wenn wir noch so erwachsen handeln: Es wird immer wieder Situationen geben, die uns oder unser Gegenüber berechtigterweise ärgern oder kränken. Begegnungen brauchen Großzügigkeit, auch wenn wir an dieser Fähigkeit besonders hart arbeiten müssen.

Filmtipp: Kirschblüten & Dämonen

Damit zurück zum neuen Film von Doris Dörrie, den ich Ihnen (noch) ungesehen empfehle. Ich bin sicher, Sie werden in „Kirschblüten & Dämonen“ wunderbares Anschauungsmaterial zum Thema Erwachsensein und Begegnungsfähigkeit entdecken. Schon mal viel Spaß mit dem Trailer!

 

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