Führungskräfte

Resilienz – was ist das?

Resilienz – mit dieser Meta-Kompetenz gelingt es Führungskräften, auch in stressigen Projekten und in einem fordernden beruflichen Umfeld handlungsfähig und fokussiert zu bleiben. Was genau sich hinter Resilienz verbirgt und wie Sie diese Kompetenz aktivieren können, lesen Sie hier.

Egal, wie hoch der Stresspegel gerade ist, wie nah der nächste Meilenstein eines wichtigen Projekts oder wie herausfordernd die Führung eines Teams von Mitarbeitern, die einfach nicht richtig zusammenarbeiten wollen – es gibt Menschen, die auch in solchen fordernden Situationen gelassen, überlegt und konstruktiv bleiben. Wie schaffen diese Menschen das? Über welche Superkraft verfügen sie, um auch bei starken Belastungen einen klaren Kopf zu behalten und fokussiert zu bleiben? Die Antwort lautet: Sie verfügen über eine Kompetenz namens Resilienz. Was aber genau ist Resilienz?

Als Begründerin der Resilienzforschung gilt die US-amerikanische Entwicklungspsychologin Emmy Werner. In einer Langzeitstudie begleitete sie etwa 700 hawaiianische Kinder des Jahrgangs 1955, die auf der Insel Kauai aufwuchsen – ein Drittel von ihnen unter schwierigen Umständen. Hunger, Vernachlässigung, Alkoholprobleme der Eltern oder Gewalt in der Familie prägten bei vielen dieser Kinder später auch ihr Leben als Erwachsene. Sie tranken ebenfalls, neigten zu Gewalttätigkeit und brachen Schule oder Berufsausbildung ab. Aber Emmy Werner machte auch eine andere Entdeckung. Etwa ein Drittel dieser Kinder aus prekären Verhältnissen entwickelte sich trotz der harten Kindheitsjahre zu Erwachsenen, die ihr Leben im Griff hatten, mit beiden Beinen im Berufsleben standen und in ihrem sozialen Umfeld angesehen waren. Das, was diese Kinder davor bewahrt hat, an ihrem schwierigen Start ins Leben zu zerbrechen, bezeichnet die Wissenschaft heute als „Resilienz“.

Resilienz – ein komplexer Mechanismus, der noch nicht abschließend erforscht ist

Einfach erklärt lässt sich Resilienz als Anpassungsfähigkeit oder Widerstandsfähigkeit beschreiben. Als Prozess, mit dem Menschen auf Schwierigkeiten oder Veränderungen reagieren, indem sie ihr Verhalten anpassen. Als Kompetenz, Stress zu regulieren und sich zu regenerieren, um Herausforderungen gut zu meistern. Resilienz macht Menschen stark gegenüber den Anforderungen des Lebens, des Alltags und des Berufs und wirkt wie ein Schutzmantel gegen belastende Erlebnisse wie persönliche Krisen, schwierige berufliche oder private Beziehungen, Rückschläge, Situationen hohen Drucks, anhaltenden Stress etc.

Die eine Definition des Begriffs „Resilienz“ indes existiert nicht. Hinter dem Phänomen steckt vielmehr ein komplexer psychischer Mechanismus, in den zahlreiche Faktoren hineinspielen, die die Resilienzforschung bisher nicht vollständig ergründet hat. Auch herrscht noch keine abschließende wissenschaftliche Klarheit darüber, ob und in wieweit Resilienz eine angeborene Fähigkeit ist bzw. welche Resilienzfaktoren erblich sind und welche erlernt. Vieles jedoch ist bekannt und hilft uns zu verstehen, wie Menschen auch unter starkem Druck im Gleichgewicht bleiben und sogar gestärkt aus solchen Phasen hervorgehen.

Die Psychologin Emmy Werner fand zum Beispiel heraus, dass alle Kinder der Kauai-Studie, die trotz der widrigen Umstände zu erfolgreichen Erwachsenen wurden, eines gemeinsam hatten: einen Menschen in ihrem Leben, der kompromisslos auf ihrer Seite stand. Einen Verwandten, eine Lehrerin oder ein anderer wichtiger Mentor, der sie begleitete, ermutigte, förderte und an sie glaubte. Spätere Studien belegten Werners Hypothese: Eine unterstützende Bezugsperson in der Kindheit sowie ein stabiles soziales Netzwerk als Erwachsener gelten heute als Schlüsselfaktoren für psychische Widerstandskraft.

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Was zeichnet einen resilienten Menschen aus?

Resilienzfähigkeit bedeutet nicht, dass ein Mensch von jeder Stresssituation unberührt bleibt und gegen sämtliche Probleme des Alltags gefeit wäre. Auch resiliente Menschen leiden unter Überforderung, Druck oder zwischenmenschlichen Problemen, empfinden Belastungen und stehen zunächst ratlos vor unerwarteten Widrigkeiten. Aber sie lassen sich von ihnen nicht lähmen. Sie verfügen über Bewältigungsstrategien, die es ihnen erlauben, ihr Gleichgewicht zu wahren oder rasch wieder herzustellen. Man könnte auch sagen: Sie verfügen über ein starkes mentales Immunsystem. Sie greifen bei äußeren Belastungen auf Ressourcen zurück, die es ihnen ermöglichen, sich an eine neue Situation anzupassen und flexibel – also anpassungsfähig – auf Stress und Druck zu reagieren.
Die Forschung hat u.a. folgende Eigenschaften bzw. Fähigkeiten ausgemacht, auf die Menschen mit hoher psychischer Resilienz zurückgreifen:
Soziale Unterstützung

Resiliente Menschen verfügen über die Fähigkeit, enge soziale Bindungen aufzubauen und sind in der Lage, in schwierigen Situationen um Hilfe zu bitten und diese auch anzunehmen.

Lösungsorientierung

Die Fähigkeit, nach Lösungen zu suchen, anstatt sich von einem Problem lähmen zu lassen, ermöglicht es resilienten Menschen, einen Weg aus der Krise zu finden und sogar gestärkt daraus hervorzugehen. Sie sind in der Lage, eine Situation zu analysieren, zu lernen, welche Lösungswege funktionieren und welche nicht und entsprechende Lösungswege einzuschlagen.

Zielorientierung

Klare Ziele zu verfolgen und den Weg dorthin gegebenenfalls anzupassen – diese Kompetenz ermöglicht es resilienten Menschen, auch unter Stress oder in Zeiten des Umbruchs fokussiert zu bleiben. Sie verhindern so außerdem, dass sie sich verrennen: Statt mit dem Kopf durch die Wand nehmen sie den Weg um die Mauer herum, wenn sie merken, dass sie ihr Ziel nicht auf der geplanten Route erreichen können.

Selbstwirksamkeitserwartung

Resiliente Menschen vertrauen darauf, dass sie über die Fähigkeit und die Kompetenz verfügen, eine Herausforderung zu meistern. Sie glauben fest daran, dass sie durch ihr eigenes Verhalten Dinge bewegen und zum Besseren wenden können. Die Opferhaltung ist ihnen fremd, sie sind sich bewusst, dass sie selber für ihr Leben die Verantwortung tragen.

Optimismus

Eine positive Grundhaltung zum Leben macht es resilienten Menschen möglich, ihr seelisches Gleichgewicht auch in Zeiten von Stress und Veränderung aufrecht zu erhalten. Sie sehen das Gute im Schlechten und schützen sich so davor, von ihren Ängsten geleitet zu werden.

Akzeptanz

Annehmen, was sich nicht ändern lässt – das ist eine der Stärken von resilienten Menschen. Anstatt wertvolle Energie darauf zu verschwenden, das Unabänderliche ändern zu wollen, akzeptieren sie, dass manche Dinge eben sind wie sie sind – und machen ihren Frieden damit.

Neben diesen Ressourcen benennen Resilienzmodelle wie z.b. das Modell der Säulen der Resilienz, die heute für verschiedene Kontexte existieren, noch zahlreiche weitere oder weiter untergliederte Resilienzfaktoren.

Warum brauchen Führungskräfte Resilienz?

Wir leben heute in einer komplexen Welt, für die im Businessbereich auch das Akronym „VUCA“ existiert. Dahinter verbergen sich die folgenden vier Schlagworte:

  • Volatile (unbeständig)
  • Uncertain (ungewiss)
  • Complex (vielschichtig)
  • Ambiguous (mehrdeutig)
Diese Aspekte sorgen in Unternehmen, aber auch bei jedem einzelnen Menschen für Stress. Die Schnelllebigkeit unserer Welt und die sich ständig verändernden Anforderungen verlangen von uns ein hohes Maß an Anpassungsfähigkeit und Widerstandskraft gegen Stress – die Kernfähigkeiten resilienter Menschen. Diese wissen: Auch bei größter Anspannung oder in Situationen höchster Ungewissheit existieren in der Welt weiterhin – quasi parallel – beständige, sichere, eindeutige und unkomplizierte Bereiche. Den Weg dahin auch in Phasen großen Drucks zugänglich zu halten, ist einer der Gründe, weswegen wir Resilienz brauchen. Sie ermöglicht im beruflichen wie im privaten Kontext eine Stressregulation, die Fähigkeit zur Entspannung aber auch zur sinnvollen, produktiven Anspannung, wenn diese gefordert ist. Sie sorgt letztendlich für eine gesunde Balance zwischen den unbeständigen und den beständigen Bereichen des Lebens.
Ein weiterer Grund, aus dem Resilienz wichtig ist: Sie ermöglicht es Ihnen, Ihre Fähigkeiten und Kompetenzen verlässlich abzurufen. Aus der Hirnforschung wissen wir, dass unter Stress das limbische System die Kontrolle über unser Handeln übernimmt: Emotionen werden nicht mehr sinnvoll reguliert, Ihre Fähigkeit, angemessenen zu handeln, wird heruntergefahren. Sie können in diesem im wahrsten Sinne des Wortes „kopflosen“ Zustand nicht auf Ihre eigentlich vorhandenen Kompetenzen zugreifen. Vor lauter Stress oder innerer Aufruhr vergessen Sie schlichtweg, dass Sie eigentlich durchaus Mittel und Wege kennen, die Lage in den Griff zu bekommen. Resilienz hilft in solchen Situationen, den Stress zu regulieren, und sorgt dafür, dass Sie wieder handlungsfähig werden.

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Lässt sich Resilienz erlernen?

„Resilienz ist eher ein Prozess als ein Endergebnis“ – dieser Annahme von Emmy Werner, der Begründerin der Resilienzforschung, folgt heute auch die vorherrschende wissenschaftliche Meinung. Zum Prozess gehören stets

  • ein Auslöser, etwa eine hohe Stressbelastung
  • Ressourcen, um auf diesen Auslöser zu reagieren und eine Strategie zu entwickeln, damit umzugehen
  • Konsequenzen, also z.B. eine Veränderung im eigenen Verhalten oder in der Einstellung zu einem Thema

Im Prinzip verbirgt sich hinter Resilienz als Prozess also die erfolgreiche Abwehr einer drohenden Überforderung durch Stress, eines Burn-Outs oder anderer möglicher Reaktionen der Psyche auf zu hohen Druck. Die zentrale Rolle kommt dabei den Ressourcen zu, von denen einige als angeboren gelten. Optimismus etwa wird von der Forschung zu den erblichen Faktoren gezählt, ebenso die Fähigkeit, soziale Bindungen zu knüpfen.

Wenn Resilienz aber ein dynamischer Anpassungs- und Entwicklungsprozess ist, impliziert das auch, dass Lernen und Erfahrung ebenfalls eine Rolle bei der Ausprägung der seelischen Widerstandsfähigkeit spielen. Daraus folgt, dass Sie die eigene Resilienz stärken können. Im  Führungskräfte-Seminar Spurrillenwechsel® erfahren etwa identifizieren und trainieren Sie gezielt Kompetenzen, die Ihre Resilienz bei beruflichen aber auch persönlichen Herausforderungen stärkt.

Sehen Sie sich eher in der Rolle des Coachs und möchten Menschen gezielt dabei unterstützen, ihre innere Widerstandsfähigkeit zu stärken, können Sie sich diese Fähigkeit in der Coach-Ausbildung Spurrillenwechsel® erlernen der Kaderschmiede für Führungskräfte & Coaches aneignen.

Spurrillenwechsel erlernen – Coach-Ausbildung 2022/2023

Termin

Modul 1: 13.-21.10.2022
Modul 2: 16.-20.01.2023
Modul 3: 27.-31.03.2023

Ort
Gut Sedlbrunn, Pöttmes (nahe Augsburg)
Hinweis
6 bis 10 Teilnehmer
Kosten

Ausbildung
7.770 € inkl. 19% MwSt. (6.529,41 € netto) – 10% Frühbucherrabatt bei Anmeldung bis 31.03.2022

zzgl. 119 €/Tag inkl. 7%/19% MwSt. Tagungspauschale inkl. Übernachtung/Vollverpflegung (vor Ort zu bezahlen)

Spurrillenwechsel durchführen: Seminarleitungs-Ausbildung 2021/2022

Termin

Infotag:  26.07.2021
Modul 1: 21.-22.03.2022
Modul 2: 21.-23.05.2022
Modul 3: 09.-11.07.2022
Modul 4: 12.-13.11.2022

Ort
Zoom | Coaching Lounge, München
Hinweis
2-6 Teilnehmer
Kosten

Ausbildung
12.875 € inkl. 19 % Mehrwertsteuer (10.819,33 € netto)

Überzeugt? Hier geht's zum Kontakt