Anleitung für Unschuldslämmer

Lesenswerte Bücher, wichtige Forschungsergebnisse, kleine Hilfen für den Führungsalltag – es gibt eine Vielzahl von Tipps und Themen, die mir täglich begegnen. Was ich für relevant halte, teile ich gerne auf meinem Blog. Kurz auf den Punkt gebracht, angenehm zu lesen und natürlich immer mit einer herzlichen Einladung, Ihre Sicht oder Erfahrungen durch einen Kommentar einzubringen. Wenn Ihnen der Blog der Kaderschmiede für Führungskräfte & Coaches gefällt, freue ich mich auch sehr über eine Weiterempfehlung.

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Anleitung für Unschuldslämmer - Unschuldslamm, Karriere

Eine Regel zieht sich durch die Gesellschaft, gilt vor Gericht, in der Ehe und auch im Job: Schuld ist grundsätzlich der andere, und das Problem ist er auch.

Damit sind die Fronten klar geregelt und einen Schuldigen für jede Misere gibt es auch gleich. Sehr praktisch.

Ob im Job oder in der Beziehung – wir stehen quasi unter psychologischer Daueranalyse. Es ist schwierig einfach nur da zu sein, wenn jede Kleinigkeit bewertet wird. Wenn der Chef am Montagmorgen etwas ruppiger als sonst den Jour fixe angeht, dann hatte er wohl am Wochenende Stress mit seiner Frau – mutmaßen schnell die Hobbypsychologen im Büro. Dabei ist es nur eine Magenverstimmung, die ihn zur Eile antreibt.

Für uns hat alles, was wir an anderen beobachten, eine Bedeutung. Entweder erklären wir uns das Verhalten unserer Mitmenschen mit ihrem Innenleben oder machen die äußeren Umstände dafür verantwortlich.

Dabei folgen wir oft einem Muster. Ein Beispiel: Haben wir ein positives Verhältnis zu unserem Chef, machen wir seine positiven Eigenschaften an seiner Persönlichkeit fest. Negatives Verhalten schreiben wir den äußeren Umständen zu.

Sind Sie ein Unschuldslamm?

Haben wir unseren Chef nicht ins Herz geschlossen, dann ist es genau umgekehrt. Wie ist es bei Ihnen?

Auch bei Konflikten sind die Rollen fest verteilt. Wir schreiben uns die positiven Eigenschaften zu, während wir unsere “Gegner” als unser Gegenteil wahrnehmen. Wir beanspruchen die positiven Eigenschaften und für unser Gegenüber bleiben nur die negativen übrig.

Wir interpretieren in jeder Sekunde das Verhalten der anderen Menschen. Dabei kommen wir meist (sehr) gut weg. Doch ein kritischer Blick auf die eigene Interpretation zeigt: Das Problem ist nicht der andere, sondern das, was wir daraus machen.

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