Kunst und Coaching

Lesenswerte Bücher, wichtige Forschungsergebnisse, kleine Hilfen für den Führungsalltag – es gibt eine Vielzahl von Tipps und Themen, die mir täglich begegnen. Was ich für relevant halte, teile ich gerne auf meinem Blog. Kurz auf den Punkt gebracht, angenehm zu lesen und natürlich immer mit einer herzlichen Einladung, Ihre Sicht oder Erfahrungen durch einen Kommentar einzubringen. Wenn Ihnen der Blog der Kaderschmiede für Führungskräfte & Coaches gefällt, freue ich mich auch sehr über eine Weiterempfehlung.

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Kunst und Coaching - News

Die Kunst des Spurrillenwechsels®

Ich bin Dr. Eva Kinast und leite die Kaderschmiede für Führungskräfte. Unser Firmensitz ist im Hubertuspalais, in der Rheingoldstraße, hier, in unserem schönen Stadtteil Neuhausen-Nymphenburg.
Zu mir kommen Menschen in Führungspositionen, Selbstständige und Unternehmer, die einen Spurrillenwechsel® brauchen. Im Job. In ihren Beziehungen. Im Denken. Im Fühlen. Im Handeln. Im Leben.
Ich male ein Bild. Stellen Sie sich die Rheingoldstraße hier in Neuhausen-Nymphenburg vor. Es hat geschneit. Kniehoch. Wie Sie ja sicher auch wissen: Die Rheingoldstraße wird weder geräumt noch gestreut. Ein Auto fährt durch – von der Palästrinastraße durch die Rheingoldstraße auf die Nibelungenstraße. Zwei Spurrillen im Schnee entstehen. In der Nacht friert es. Die Spurrillen vereisen. In der Früh komme ich mit meinem Fahrrad. Fahre in der Spurrille. Ich will nach links zum Hubertuspalais in den Innenhof abbiegen. Was muss ich tun? Ich muss die Spurrille wechseln (oder zumindest aus der Spurrille irgendwie rauskommen), um links abbiegen zu können. Das ist eine wahre Kunst, wie Sie sich vorstellen können.

So ist das auch mit meinen Coachings und Coaching-Seminaren: Mit mir schaffen es Menschen, eingefahrene Spurrillen zu verlassen, um eine andere Richtung einschlagen zu können.

Im Job. In ihren Beziehungen. Im Denken. Im Fühlen. Im Handeln. Im Leben. Das ist die Kunst des Spurrillenwechsels®.
Ich habe jetzt soeben ein Bild gemalt. Ein inneres Bild vom Spurrillenwechsel®. Jetzt haben Sie ein Bild davon, was ich mache. Coaching ist auch eine Kunst.

Jede Erfahrung wird als Bild in uns gespeichert

Der Neurobiologe Gerald Hüther sagt:

Jede Erfahrung, die wir im Leben machen, wird als Bild in uns gespeichert.

Er hat darüber ein Buch geschrieben mit dem Titel „Die Macht der inneren Bilder“.
Das Buch ist im Vandenhoeck & Ruprecht Verlag erschienen. Sie können es unter diesem Link für ca. 15 € bestellen.

Die inneren Bilder entstehen mit jeder Erfahrung, die Sie im Leben machen. In Situationen. Mit Menschen. Zu jeder Zeit. Sie entstehen. Sie werden immer wieder ergänzt. Und sie können auch umgeschrieben oder gelöscht werden. Sie können von eher positiver Natur sein (z. B. das innere Bild von der eigenen Hochzeit oder von der Geburt eines Kindes). Und sie können natürlich auch eher von negativer Natur sein (z. B. von Konflikten und Streitigkeiten mit dem eigenen Chef, Mitarbeitern und Kollegen oder von „Mami“, die mal wieder an der Frisur oder Kleidung des inzwischen 50-jährigen Sohnes herumkritisiert).

Durch Malen findet das innere Bild einen Ausdruck

Im Coaching lasse ich meine Klienten jeweils am Anfang und am Ende eines Coachings ein Bild malen. Ich stelle hierfür einen großen Zeichenblock und 23 Jaxon Pastellkreiden zur Verfügung. Ohne Schwarz; denn sonst gibt es nur schwarze Bilder. Ich instruiere den Klienten ein Bild zu malen, indem ich sage: „Ich lade Sie jetzt ein, ein Bild zu malen. Sie malen sich und den kritischen Beziehungspartner (also z. B. den Chef oder „Mami“) auf ein Blatt Papier. Und Sie fangen bei den Füßen an. Die Personen auf dem Bild sollten einigermaßen anatomisch korrekt sein, also Füße, Beine, Arme, Hände usw. haben, also keine Strichmännchen, Kugelmännchen etc.“ Dem Einspruch des Klienten, er könne nicht malen, begegne ich mit meiner 16-jährigen Erfahrung als Coach und über 10.000 gemalten Bildern von Klienten und natürlich mit ein bisschen Humor, indem ich sage, dass das Bild ja nicht für die „Tate-Gallery“ sein müsse.

Bei den Füßen anzufangen ist im Coaching sehr wichtig. In der Regel fangen Menschen ganz automatisch beim Kopf zu malen an, wenn sie Personen malen. Im Coaching fangen wir mit den Füßen an, um das gewohnte System aufzubrechen. Denn darum geht´s im Coaching ständig: Das gewohnte System aufzubrechen. Das innere abgespeicherte Bild „So malt man eine Person“ aufzubrechen. Eben die Spurrille zu wechseln, um neue Perspektiven zuzulassen.
Durch das Malen im Coaching findet das innere Bild von der kritischen Beziehung (also z. B. zum Chef, zu „Mami) einen Ausdruck. Das innere Bild der Beziehung liegt dann als gemaltes Bild auf einem Blatt Papier vor dem Klienten. Das Bild kommt also aus ihm heraus. Der Klient kann sich also sein inneres Bild der Beziehung auf dem Blatt Papier anschauen.
Ich leite den Klienten dann noch an, seinem Bild einen Titel zu geben und je Person die körperliche, emotionale und geistige Eigenschaft zu bestimmen sowie das Alter der Personen zu schätzen. Das Bild wird unterschrieben und mit Datum versehen.

Es ist etwas ganz elementar Wichtiges in unserer heutigen Zeit, sich einen Ausdruck zu verschaffen. Die heutige Zeit ist ja sehr stark davon geprägt, dass wir ständig von außen Informationen in uns aufnehmen. Wir werden bombardiert mit Informationen über E-Mail, WhatsApp, Xing, LinkedIn, Twitter, Instagram und wie sie alle heißen… über Computer, Smartphone, Tablett … und neuerdings auch noch von Alexa. Alles Informationen von außen, die wir in uns aufnehmen, verarbeiten und speichern müssen.

Im Coaching sorge ich für den umgekehrten Weg: Alle gespeicherten Informationen zu einem Thema, einem Problem, einer kritische Beziehung usw. werden von innen nach außen transportiert. Geeignete Methoden hierfür sind neben dem Malen vor allem auch das Erzählen. Ich zitiere Professor Leaf Van Boven von der University of Colorado, Boulder:

Wir definieren und konstruieren unsere Erfahrungen, wenn wir sie erzählen. Auf diese Weise werden die Erfahrungen und Erlebnisse ein Teil unseres eigenen Ichs.

Neben Malen und Erzählen sind Schreiben, Singen und Tanzen Methoden des Ausdrucks. Die Zeiten heute sind so schnell / schnelllebig – agil, wie es neuerdings heißt-, so dass der Mensch den Moment verpasst, etwas zum Ausdruck zu bringen, um sich dadurch zu klären und zu erleichtern. Er implodiert. Plötzlich reiht sich die Ehekrise an die Sackgasse des Jobs, und die pubertierenden Kinder überfordern neben der Pflege der alten Eltern. Dann hat ein Spurrillenwechsel® oberste Priorität.

Emotionales Gedächtnis

Der Mensch hat ja mehrere Bewusstseinssysteme, aus denen heraus er malt. 1) Der Kopf. D. h., er malt das Konzept über die Beziehung. 2) Die Emotionen. D. h., im Coaching kommt er mit seinen Emotionen in Kontakt. Er verändert dadurch sein inneres Bild über die Beziehung (in 99,9 % in eine positive Richtung), und er geht mit diesem veränderten Bild der Beziehung in den Alltag zurück. Dadurch sendet er andere Impulse. Nach Friedemann Schulz von Thun

folgt auf einen veränderten Impuls eine veränderte Reaktion, auf diese veränderte Reaktion wiederum eine veränderte Reaktion, … veränderte Reaktion, … Reaktion, … Reaktion usw. (Friedemann Schulz von Thun).

Kunst und Coaching

Jetzt habe ich Ihnen viel über meine Arbeit mit Malen im Coaching erzählt. Natürlich nicht alles, was ich im Coaching mache; das würde den Rahmen eines Blogbeitrags sprengen. Jetzt versuche ich eine Brücke zur Kunst zu schlagen.
Natürlich hat auch ein Künstler seine Erfahrungen und Erlebnisse als Bild in sich gespeichert, die er mittels Malen oder mittels Bildhauerei zum Ausdruck bringt.
Allerdings beobachte ich auch bei vielen Künstlern eine zunehmende Gestaltung aus dem Kopf heraus. Viele Künstler malen oder gestalten das, was sie glauben, was am Kunstmarkt geht. Hat das noch etwas mit Kunst zu tun? Doch wohl eher nicht.

Kunst als Dialog zwischen sich und der Welt

Wahre Künstler nutzen ihr emotionales Reservoire. Ihre Werke sind der Ausdruck ihrer inneren Bilder, die im Dialog mit der Welt und dem eigenen Ich entstehen, eingefärbt von ihren Emotionen – oder anders gesagt – gefärbt durch die emotionale Brille, durch die sie auf die Welt schauen.Ich zitiere den Maler und Künstler Walter Urbanek:

MALEN ist ein Dialog zwischen der Welt und dem eigenen Ich, ein Dialog zwischen sich und sich, den ausgefahrenen Antennen des Gefühls und der brennenden Neugier des Intellekts… Über solche und ähnliche Überlegungen hinaus bleibt die Malerei für mich eines der aufregendsten Abenteuer, das einen an Geist und Leben teilnehmenden Menschen von heute noch offensteht, ein Abendteuer jenseits des technisch und wirtschaftlich oder politisch Machbaren, jenseits von Management und Macht, von Intoleranz und kollektivem Kulturgehabe, ein Abenteuer, das weit hinaus in die Region des allgemeinen Welt- und Menschenverständnisses führt, in der sich der Mensch immer wieder noch einmal bewährt, allen Tatsachen zum Trotz und ohne sich selbst aufgeben zu müssen.

ISOLDEN – Manifeste der Lebensfreude

Die Künstlerin ISOLDEN ist eine wahre Meisterin darin, einen Dialog zwischen sich und der Welt einzugehen. In ihren Werken zeigt sich die emotionale Brille, durch die die Künstlerin auf die Welt schaut. „Das Paar“ der Münchener Künstlerin zeigt Mann und Frau als Paar. Und wie Kunst nun einmal ist, kann der Betrachter in den beiden Figuren aber auch zwei innere Kräfte entdecken.

  • Macher und Zauderer
  • Antreiber und Genießer
  • Perfektionist und Kreativer
  • Beschützer und Unabhängiger

Beim Betrachten von ISOLDENs Kunstentsteht eine Reflexion über die eigenen Kräfte mit dem Ergebnis der Katharsis ( griechisch Reinigung).

Im Rahmen ihrer Ausstellun „Manifeste der Lebensfreude“ im Geranienhaus im Nymphenburger Schlosspark vom 13.-17. April 2018 (tgl. 11 – 19 Uhr) zeigt ISOLDEN Skulpturen aus Stein, Holz und Bronze sowie Unikat-Collagen auf Steinpapier.

Ich empfehle Ihnen, sich die Ausstellung von ISOLDEN anzuschauen.

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